Neues aus England

Wie man leicht erkennen kann bin ich nicht sehr treu was das Bloggen hier angeht. Trotzdem hoffe ich, dass ihr durch meine Familie, Freunde und persönliche Nachfrage genug Informationen über meine Zeit hier mitbekommt. Mittlerweile sind wir im letzten Abschnitt unseres Bibelstudiums angekommen. Noch 7 weitere Wochen und ich werde meine Heimreise antreten 🙂

Trotzdem, oder gerade deswegen, möchte ich nochmal teilen was ich hier überhaupt mache und was meine Zeit hier in Anspruch nimmt.

Dank

Ich möchte mich herzlich bei allen bedanken die mich im Gebet und finanziell unterstützen. Einige unterstützen mich regelmäßig und es ist ein unglaublicher Segen für mich. Ohne eure Gaben und Gebete kann ich dieses Jahr hier nicht absolvieren. Ich wünsche und bete, dass Gott euch in irgendeiner Form dafür segnet!

Das Studium endet (niemals!)

Den größten Teil meiner Zeit verbringe ich vor meiner offenen Bibel. Das erachte ich als ein großes Privileg und profitiere ungemein davon. Das 1-jährige Bibelstudium hier ist so ausgelegt, dass wir jedes Buch der Bibel betrachten und studieren. Man meint 1 Jahr Vollzeit sei mehr als genug um das zu tun aber es reicht bei weitem nicht um alles detailliert zu studieren. So haben wir über einige der Alttestamentlichen Bücher nur einen Überblick oder ein kurzes Studium bekommen. Andere, sehr wichtige Bücher, studieren wir dafür ausführlich. Jetzt haben wir noch 7 Wochen und einiges vor uns. Das ist auf der einen Seite ein Segen aber dann auch eine große Verantwortung. Es gilt das gelernte im praktischen Glaubensleben umzusetzen und das ist eine Lebensaufgabe die uns verzweifeln lässt wenn wir es aus eigener Kraft versuchen. Wir dürfen lernen die Worte zu verstehen, die Spurgeon von einem armen Methodistenprediger zugerufen wurden. Er schaute Spurgeon direkt von der Kanzel an und sagte: „Junger Mann, schau auf Jesus Christus. Schau! Schau! Schau! Du musst nichts anders tun als schauen und du wirst leben!“  Das war der Moment indem er die Schönheit des Evangeliums endlich begriffen hatte. Oder wie es der Autor des Hebräerbriefs ähnlich lehrt: „…lasst uns mit Ausdauer laufen in dem Kampf, der von uns liegt, indem wir hinschauen auf Jesus, den Anfänger und Vollender des Glaubens…“ (Hebräer 12, 1-2). A. W. Tozer beschreibt das in seinem Buch „The Pursuit of God“ als das Staunen der Seele über Christus.

Dienste und Aktivitäten

Neben den normalen Abläufen die ich schon mal geschildert habe, (Hausarbeiten, Practical Programme, Bibelverse lernen, Musikdienst in der lokalen Gemeinde, etc.) kamen über die Wochen und Monate mehr Aufgaben auf mich zu. NTM veranstaltet jährlich 2 Konferenzen um über Mission zu informieren und für Mission zu motivieren. Ich habe mich sehr gefreut Tabi und Ruben für die erste Konferenz im März hier gehabt zu haben 🙂 Die nächste Konferenz findet in 2 Wochen statt. Wie ihr euch vorstellen könnt gibt es für solche Veranstaltungen eine Menge vorzubereiten und beide Male war/bin ich mit der Musik verantwortlich gemacht worden. Das bedeutet zusätzlich zu allem noch eine Menge üben, vorbereiten und planen.

Außerdem bin ich auf Anfrage auch ab und an mit Predigen und kleineren Einheiten hier am College beschäftigt.

12970974_1205576926134130_7037501365943639060_o

In Nord-Irland: Marianna, Marina, Jeffrey, Marcel, Emma&David (v.r.)

Auch meinem Kulturellen Aspekt des Lehramtsstudiums wird hier stark geholfen. Ich bin Gott sehr dankbar für die Reisen die Er möglich gemacht hat. So ich hatte ich günstige Gelegenheiten London, Schottland, Nordirland und Irland jeweils kurz zu besichtigen. Ein großer Segen war auch unser Ausflug nach Schwabach nach Ostern mit einigen Freunden – besonders für Emma und mich war es schön die Gemeinde und Familie zu sehen 🙂

Und auch Fußball kann ich hier jeden Samstag Morgen für 2 Stunden spielen. Das ist immer eine gute Abwechslung zum ganzen herumsitzen.

Diese Woche ist an sich auch spannend. Unsere Hausaufgabe bis Freitag ist es Jesaja zu lesen und jeden Verweis auf das Erste und Zweite Kommen Christi aufzuzeigen – 10 dieser Stellen sollen wir auch im Kontext erklären. Am Wochenende dienen wir dann erneut in Grimsby Baptist Church mit unserem NTM–Musikteam. Ein weiteres Highlight dieser Woche wird das Fußballspielen am Samstag 😀

Gebetsanliegen

  • Betet für die ausgebuchte „Make a Differnce“ Konferenz vom 17. – 19. Juni.
  • Betet für das weitere Studium hier und dass Gott mir und meinen Mitstudenten durch seinen Geist hilft zu wachsen und zu verstehen.
  • Betet für mein Zurückkommen nach Hause. Ich werde mein Lehramtsstudium fortfahren was eine erneute Umstellung bedeutet. Betet, dass ich mich wieder gut in der Gemeinde einleben kann und mich von Gott an der richtigen Stelle gebrauchen lassen kann ohne zu viel auf mich zu nehmen und wieder auszubrennen. Betet für Kraft und Ausdauer jeden Tag im Willen Gottes zu gehen.
  • Betet für die Gemeinde Gottes und dass Gott Herzen bewegt um sich ausbilden zu lassen und das Evangelium denen zu bringen die es nie gehört haben.

„Das Evangelium ist nur dann die frohe Botschaft wenn es rechtzeitig ankommt!“

aufregende Routine

Es ist ziemlich lange her, dass ich das letzte mal habe von mir hören lassen deshalb denke ich es ist höchste Zeit euch an meinen Erfahrungen hier teilhaben zu lassen. Mittlerweile habe ich mich gut eingelebt und wie überall stellt sich auch hier eine Routine ein – keineswegs langweilig sondern stets herausfordernd und aufregend.

Nach der ersten Ferienwoche vor 2 Wochen habe ich mich nun auch für „meine“ Gemeinde für das folgende Jahr entschieden. Die Entscheidung fiel mir nicht schwer. Es ist eine Baptistengemeinde mit 2 begabten Pastoren die Gottes Wort in Predigtreihen chronologisch auslegen. Obwohl die Gemeinde ca 200 Mitglieder hat herrscht eine sehr familiäre Beziehung unter den Mitgliedern und die Gemeinde ist auch sehr darum bemüht uns Studenten ein zu Hause zu bieten – auch wenn es nur für ein Jahr ist. Letzten Sonntag gab es ein Willkommensessen für alle NTM-Studenten, die sich dafür entschieden haben diese Gemeinde zu besuchen und hier Gott und der Gemeinde zu dienen. Wir wurden auch in 2-er Paaren jeweils einer Familie zugeteilt, die uns in diesem Jahr persönlich begleiten wird, uns zum Essen einlädt und den ein oder anderen Sonntag gemeinsam mit uns verbringen wird. Die Gemeindeleitung hat sich sehr gefreut uns hier zu haben und gleich nach dem ersten Gottesdienst den ich besucht habe hat sich die Tür geöffnet um hier mit einem Musikteam, bestehend aus 5 NTM-Studenten, den Gesang an – und zu begleiten. Heute sind wir zum Abendgottesdienst wieder dran… ich muss sagen, dass die Gemeinde schon jetzt ein großer Segen für mich ist und ich hoffe hier auch ein Segen sein zu können.

Was das Studium angeht ist jeder Tag mit neuen Herausforderungen gefüllt. Wir haben mittlerweile den Pentateuch abgeschlossen und befinden uns auf der weiteren „Reise“ durch das Alte Testament. Ich dachte immer die Bibel einigermaßen gut zu kennen und die Zusammenhänge zu verstehen aber je mehr wir in die wunderbare Geschichte Israels eintauchen desto mehr kristallisiert sich ein Blick auf das große Ganze heraus. Jedes Buch hat seine einzigartige Legitimität innerhalb der Bibel und hilft uns zu verstehen wer Gott ist, wie Er ist und was sein Plan für uns Menschen ist. Parallel zum AT betrachten wir aber auch schon seit einigen Wochen das Leben und das Wirken Jesu Christi in den Evangelien und die wichtigen Lehren über die Dreieinigkeit Gottes und über die einzelnen Personen innerhalb derselben.

Wenn ihr mich fragen würdet was denn das wichtigste und größte ist was ich bisher gelernt habe dann würde ich folgendes sagen – Christus ist genügend – denkt mal darüber nach. Wenn das zur Wahrheit in deinem Leben wird…

 

 

First Steps…

Nach einer insgesamt 33 stündigen Reise sind wir am Dienstagnachmittag (02.09.) dann doch gut in North Cotes angekommen. Nein, es hat nicht geregnet. Im Gegenteil hat uns sogar strahlender Sonnenschein empfangen und so viel es leicht, das Zimmer einzuräumen und es sich gemütlich zu machen. Kaum angekommen wurden 2 meiner Mitstudenten und ich auch gleich von einem unserer Lehrer eingeladen, den Abend zusammen mit ihm und seiner netten Familie zu verbringen. Da habe ich die erste Lektion gelernt: „Gastfreundschaft“ wird hier groß geschrieben.

Der Rest der Woche hat zur Orientierung gedient. Das darf man ruhig wörtlich verstehen, denn der Campus ist so groß, dass man gerne mal die Orientierung verliert – mittlerweile finde ich aber den direkten Weg zum Speisesaal, was mir als lebenswichtig erscheint. Es steht uns jetzt die ersten Wochen frei verschieden Gemeinden hier in der Umgebung zu besuchen, bis wir uns dann Ende Oktober für eine entscheiden sollen, in der wir dann auch aktiv mitarbeiten und die Gemeinde unterstützen. Die Gemeinden hier profitieren sehr von der Mitarbeit der Studenten vom NCC (NorthCotesCollege) und vice versa. Am ersten Sonntag haben wir mit 15 Studenten eine kleine (ich meine sehr klein) Gemeinde in Grimsby besucht. Wir wurden sehr herzlich willkommen geheißen und wurden mit einer tollen Gemeinschaft während dem Abendmahl und der Wortverkündigung gesegnet.

Man könnte fast meinen der Spaß ist jetzt vorbei. Seit Montag ist der Unterricht losgegangen. Die ersten 3 Fächer sind der Pentateuch, der Psalter und eine Einführung in die Hermeneutik – jeweils hervorragender Unterricht mit dem stetigen Ziel der Anbetung Gottes. 3 mal pro Woche haben wir vor dem eigentlichen Unterricht Memory Class. Pro Memory Class lernen wir jeweils 2 Verse auswendig, die dann in einem kleinen Test abgeprüft werden. Einer unserer Lehrer sagte in etwa: „Wenn euch das Leben mit dem Hammer schlägt, dann ist das was ich gesagt haben nicht von großer Bedeutung. Es sind die Verse die ihr in euren Herzen und Köpfen tragt, die euch erhalten werden.“  3 mal wöchentlich steht dann auch das practical program an. Das heißt, jeder hier am Campus trägt ein bisschen dazu bei, dass die Anlage ordentlich und bewohnbar bleibt.

Mit dem Ende der ersten Unterrichtswoche haben wir nun auch die ersten Hausaufgaben bekommen denen ich mich jetzt gleich widmen werde…

PS: heute hat es zum ersten mal wirklich geregnet

Bald geht es los!

Am Montag ist es soweit.
Ich werde für ein knappes Jahr nach England gehen, um dort den Biblical Studies Kurs am North Cotes Bible College von NTM zu machen. Viele Leute fragen mich, ob ich denn in die Mission gehen wolle, wobei meine Antwort immer ein klares „nein“ ist. Ich sehe meine Aufgabe bisher im oft so zähen, aber doch spannenden Gemeinde-, Stadt-, und Arbeits- bzw. Lernalltag. In diesen Bereichen ist eine feste Grundlage unheimlich wichtig um selber zu bestehen und andere wertvoll zu prägen. Und das ist dann auch schon einer der Gründe warum ich mich für das Jahr in England entschieden habe und mich sehr darauf freue. Ich bin gespannt darauf zusammen mit den Referenten und Mitschülern, die Bibel zu studieren, spannende theologische und auch weiterreichende Themen wie Kirchengeschichte, Weltreligionen, das Leben als echter Christ in der heutigen Zeit, und vieles mehr… zu betrachten. Denn eins ist klar: Die Bibel als Wort Gottes gibt uns jede Antwort, die wir wirklich brauchen.

Außerdem investiere ich in diesem Jahr gewaltig in mein eigentliches Lehramtstudium mit den Fächern Englisch und Sport. Ich hoffe in diesem Jahr meine Englischkenntnisse zu verfeinern um meinen Schülern dann ein gutes Vorbild von Sprache weiterzugeben. Desweiteren ist es sicher wertvoll den Schülern die fremde Kultur aus eigenen Erfahrungen zu vermitteln als nur auf Lehrbücher angewiesen zu sein, weshalb ich hoffe, während meines Aufenthalts auch hier eine Menge zu lernen, viele Menschen kennen zu lernen, viele Geschichten zu hören,…

Ich halte euch darüber auf dem Laufenden was ich lernen werde, welche Erfahrungen ich mache und wie Gott mich in diesem Jahr hier führen wird.
Fühlt euch frei Kommentare zu schreiben oder mir auch persönlich Fragen zu stellen, soweit ihr denn welche habt.

„Herr, öffne du mir die Augen, damit ich erkenne die Wunder in deinem Wort“ Psalm 119, 18

be blessed